Ein kurzer Überblick über den Drei-Komponenten-Haushalt:

Der integrierte Drei-Komponenten-Haushalt bedeutet für Voranschlag und Rechnungsabschluss einen neuen Aufbau und neue Inhalte, die in drei Haushalten integriert sind: Neben dem Finanzierungshaushalt, auf Basis der Einzahlungen und Auszahlungen, gibt es einen Ergebnishaushalt, auf Basis von Erträgen und Aufwendungen, sowie einen Vermögenshaushalt, der ähnlich einer Bilanz das Vermögen der Gemeinde auf der Aktivseite und die Eigenmittel und Fremdmittel auf der Passivseite darstellt. Mit dem integrierten Drei-Komponenten-Haushalt werden somit der Politik, der Verwaltung und der interessierten Öffentlichkeit zusätzliche Informationen bereitgestellt.

FinanzierungshaushaltVermögenshaushaltErgebnishaushalt

FinanzierungshaushaltDer Finanzierungshaushalt baut auf dem bisherigen System der Kameralistik mit den Einnahmen und Ausgaben auf und liefert wie bisher Informationen zur Liquidität und der Finanzierung der Gemeinde. Für den Gesamthaushalt zeigt sich im Finanzierungshaushalt wie weit mit dem Saldo 1 (Überschuss der laufenden bzw. operativen Gebarung) die Investitionen (Saldo 2) gedeckt werden können und wieviel (Saldo 3) für die Tilgung von Schulden übrig bleibt. Der Finanzierungshaushalt wird standardmäßig mit einem Kacheldiagramm (Treemap) visualisiert.

Der Ergebnis- und Vermögenshaushalt bringen zusätzliche Informationen, die über das bisherige kamerale Haushaltswesen hinausgehen:

Der Vermögenshaushalt legt offen, welches Vermögen – insbesondere Sachanlagevermögen – die Gemeinde hat und welche Substanz sie erhalten muss. Mit den Informationen aus Vermögens- und Ergebnisrechnung kann künftig besser beurteilt werden, wie weit die Gemeinde mit ihren Investitionen und Instandhaltungen die Vermögenssubstanz erhalten kann. Weiters zeigt der Vermögenshaushalt, wie die Gemeinde ihr Vermögen finanziert hat – mit Eigenmitteln (= Nettovermögen) oder mit Fremdmitteln. Das Nettovermögen ist somit keine disponible Wertgröße sondern primär eine Finanzierungsgröße.

ErgebnishaushaltDas Nettoergebnis (Gewinn bzw. Verlust) aus dem Ergebnishaushalt zeigt, wie weit die kommunalen Leistungen und die dafür erforderliche Infrastruktur mit eigenen Mitteln finanziert werden können. Ist das Nettoergebnis positiv, dann hat die Gemeinde genug Erträge erwirtschaftet, ist es negativ können die Aufwendungen für kommunale Dienstleistungen und Infrastruktur (= Abschreibungen) nicht abgedeckt werden. Der Ergebnishaushalt wird standardsmäßig mit einem Säulendiagramm visualisiert.

Vom kameralen Haushaltswesen auf Basis der VRV 1997 wird mit 1.1. 2020 auf einen Integrierten Drei-Komponenten-Haushalt auf Basis der VRV 2015 umgestellt. Mit der VRV 2015 werden somit zum bereits bestehenden Finanzierungshaushalt mit dem Ergebnis- und Vermögenshaushalt zusätzliche Informationen bereitgestellt. Diese verbessern die umfassende finanzielle Beurteilung und Steuerung einer Gemeinde für Politik und Verwaltung.